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Wichtig für alle lokalen Betriebe · Stichprobe vom 9. Oktober 2026

Portale oder Betriebe: Wer bei Google an der Ostsee wirklich oben steht.

Von Sebastian, SEO-Lead bei Hafenschnack · · 6 Min. Lesezeit

Kleiner Ostseehafen am Abend aus der Luft: große Fähren am Außenkai, kleine Fischerboote und Segelyachten an den Stegen
© Hafenschnack

Google verändert 2026 drei Dinge gleichzeitig: Ein Spam-Update hat gerade die Ergebnisse durchgeschüttelt, in der EU baut Google seine Ergebnisseiten wegen des Digital Markets Act um, und immer mehr Menschen fragen eine KI statt eine Suchmaschine. Für einen Betrieb an der Ostsee zählt am Ende nur eine Frage: Wer steht oben, wenn jemand nach deiner Leistung sucht, du oder ein Portal?

Wir haben es nicht geschätzt, sondern nachgesehen. Für zwölf typische Suchen aus den elf Branchen, für die wir arbeiten, haben wir am 9. Oktober 2026 die Google-Ergebnisse ausgewertet, für Deutschland und ohne Personalisierung. Das Ergebnis ist für viele Betriebe unbequem.

Kurz gesagt:

  • Bei 8 von 12 Suchen steht der Kartenblock mit den Google-Unternehmensprofilen ganz oben. Wer dort nicht auftaucht, beginnt hinter allen anderen.
  • Bei Hotels stehen unter den ersten zehn normalen Treffern neun Portale und eine einzige Hotel-Website.
  • Auch bei Restaurants, Campingplätzen, Indoor-Spielplätzen und Dachdeckern stellen Portale und Verzeichnisse die Hälfte oder mehr der ersten Treffer.
  • Segelschulen und Reiterhöfe zeigen, dass es anders geht: Dort stehen die Betriebe selbst vorn.

Drei Entwicklungen, die 2026 zusammenkommen

Das Spam-Update: Google hat am 24. September 2026 ein neues Spam-Update gestartet und den Rollout am 8. Oktober abgeschlossen. Es trifft Websites, die gegen Googles Spam-Richtlinien verstoßen, zum Beispiel mit massenhaft gleichen Ortsseiten oder Texten ohne eigenen Nutzen. Was du jetzt prüfen solltest, steht im Überblick Google Update September 2026.

Der EU-Umbau: Seit dem 8. September 2026 zeigt Google in der EU bei bestimmten Suchen eigene Bereiche für Vermittler und für Direktanbieter. Am deutlichsten ist das bei Hotels, Flügen und Restaurants. Google selbst sagt, die Änderungen stärkten „Online-Vermittler auf Kosten lokaler Unternehmen“.

Die KI-Suche: Bei zwei unserer zwölf Suchen stand eine KI-Übersicht auf der Seite, bei „angelkutter rostock“ sogar ganz oben. Dort entscheidet eine KI, welche Anbieter sie nennt, bevor überhaupt ein normaler Treffer kommt.

Die Stichprobe: Wer bei zwölf typischen Suchen oben steht

SucheGanz obenPortale und VerzeichnisseBetriebe
hotel warnemündeHotel-Modul91
ferienwohnung warnemündeTreffer, dann KI-Übersicht73
campingplatz ostseeKartenblock73
restaurant warnemündeKartenblock63
indoor spielplatz rostockKartenblock63
dachdecker rostockKartenblock54
bootsverleih warnemündeKartenblock54
angelkutter rostockKI-Übersicht41
liegeplatz rostockTreffer, Karte auf Platz 344
elektriker rostockKartenblock34
reiterhof ostseeKartenblock27
segelschule rostockKartenblock16

Gezählt sind die ersten zehn normalen Treffer unter dem Kartenblock. Was weder Betrieb noch Portal ist, etwa Vereine, Jobbörsen, soziale Netzwerke oder Videos, fehlt in den beiden Spalten.

Eine Stichprobe von einem Tag ist kein Gesetz. Google mischt die Ergebnisse je nach Ort, Gerät und Zeitpunkt neu. Das Muster ist aber deutlich: Je mehr Geld in einer Buchung steckt, desto mehr Vermittler stehen vor den Betrieben.

© Hafenschnack

Was das je Branche heißt

Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen

Hier ist die Lage am deutlichsten. Neben dem Hotel-Modul stehen Holidaycheck, Booking.com, Check24, momondo und Reiseveranstalter, bei Ferienwohnungen dazu eine KI-Übersicht. Wer hier keine klare Direktbuchungsstrategie hat, zahlt Provision für Gäste, die ihn hätten finden können. Mehr dazu in Google schiebt Portale vor dein Hotel und auf unserer Seite für Hotels, Pensionen und Ferienunterkünfte.

Restaurants

Nach dem Kartenblock folgen Restaurantführer, gleich drei Einträge von OpenTable, ein Reisemagazin und Das Örtliche. Nur drei Treffer gehören Restaurants selbst. Was Gastronomen tun sollten, steht in Google gibt Portalen mehr Platz und auf unserer Seite für Restaurants und Gastronomie.

Handwerk und Dachdecker

Einen neuen EU-Block haben wir bei Handwerkersuchen nicht gesehen. Trotzdem stehen Gelbe Seiten, Das Örtliche, MapQuest, Check24, MyHammer und Jobbörsen zwischen den Betrieben. Warum das so ist und was Handwerker dagegen tun, steht in Handwerker bei Google.

Campingplätze und Ferienparks

Sieben von zehn Treffern gehören Portalen und Tourismusseiten, darunter das ADAC-Portal PiNCAMP, camping.info und eine Plattform für private Stellplätze. Die Details stehen in Campingplatz bei Google.

Freizeit und Wassersport

Hier ist das Bild gemischt: Bootsverleih, Angelkutter und Indoor-Spielplätze kämpfen gegen Yelp, GetYourGuide, Tripadvisor und Spielplatz-Verzeichnisse. Segelschulen und Reiterhöfe stehen dagegen selbst vorn. Wie Freizeitanbieter, Marinas und Reiterhöfe das nutzen, steht in Freizeitanbieter bei Google.

Der EU-Umbau: wen er wirklich trifft

In seiner Dokumentation nennt Google für die neuen Bereiche Hotels, Flüge, Fernzüge und Fernbusse, Produkte und auch lokale Unternehmen. Verfügbar sind sie nach Googles eigener Darstellung aber bisher vor allem bei Reisen und Produkten. Das deckt sich mit unserer Stichprobe: Bei Handwerker- und Freizeitsuchen haben wir am 9. Oktober keinen eigenen Vermittler-Block gefunden. Auch Partoo, ein Anbieter für lokales Marketing, sieht lokale Suchen bisher nicht betroffen, beobachtet aber erste Anzeichen.

Wer daraus schließt, er sei nicht betroffen, macht es sich zu leicht. Portale standen bei vielen lokalen Suchen schon vorher vorn, der Umbau verstärkt nur einen Trend, der längst läuft.

Die unbequeme Wahrheit: Portale machen ihre Hausaufgaben

Portale gewinnen bei Google nicht, weil Google sie mag. Sie gewinnen, weil sie für jede Stadt eine eigene Seite mit klaren Angaben, vielen Bewertungen und sauberer Technik haben. Viele Betriebe haben dagegen eine Website ohne Ortsbezug, ein halb gepflegtes Google-Profil, eine Speisekarte als PDF oder keine einzige Antwort auf ihre Bewertungen. Das ist der Teil, den du selbst ändern kannst.

Fünf Dinge, die jeder lokale Betrieb jetzt tun sollte

  • Im Kartenblock auftauchen: Ein vollständiges Google-Unternehmensprofil mit richtiger Kategorie, Leistungen, Fotos und aktuellen Zeiten ist die Eintrittskarte. Wie die lokale Suche funktioniert, erklärt unser Ratgeber Local SEO.
  • Bewertungen aktiv sammeln: Bitte jeden zufriedenen Kunden um eine ehrliche Bewertung und antworte auf jede. Portale haben Hunderte, du brauchst einen stetigen Strom.
  • Leistung plus Ort auf die Website: Für jede wichtige Leistung eine eigene Seite, die sagt, was du wo anbietest. Eine solche Website zum Festpreis bauen wir dir in vier bis acht Wochen.
  • Technik und Messung in Ordnung bringen: Strukturierte Daten, Search Console und saubere Seitentitel. Das richten wir dir mit dem SEO- und GEO-Setup einmal ein und zeigen dir, wie du es selbst liest.
  • KI-Fragen beantworten: Schreib auf, welche Fragen deine Kunden wirklich stellen, und beantworte sie auf deiner Website klar und belegbar. Mehr dazu im Leitfaden GEO und KI-Suche.

Warum du jetzt handeln solltest

Jeder Platz, den ein Portal vor dir belegt, ist ein Klick, der nicht bei dir ankommt. Und wer über ein Portal bucht oder anfragt, kostet dich oft Provision oder landet beim Mitbewerber, der dort ebenfalls gelistet ist. Je länger du wartest, desto mehr Bewertungen, Inhalte und Vorsprung sammeln die anderen. Wer die Arbeit nicht selbst machen will, kann sie mit unserer SEO-Betreuung dauerhaft abgeben.

Quellen

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Wir haben am 9. Oktober 2026 zwölf typische Suchen aus elf Branchen über DataForSEO abgerufen, für Google Deutschland und ohne Personalisierung, jeweils die ersten 20 Elemente. Die ersten zehn normalen Treffer haben wir Betrieben, Portalen und Verzeichnissen oder Sonstigem zugeordnet. Es ist eine Momentaufnahme, Google mischt die Ergebnisse je nach Ort und Gerät neu.

Nein, nicht im gleichen Maß. Am stärksten sind bisher Hotels, Reisen und Restaurants betroffen. Für lokale Unternehmen nennt Google die neuen Bereiche zwar in seiner Dokumentation, in unserer Stichprobe haben wir bei Handwerker- und Freizeitsuchen aber keinen eigenen Vermittler-Block gefunden.

Weil sie für jede Stadt eigene Seiten mit klaren Angaben, vielen Bewertungen und sauberer Technik haben. Viele Betriebe haben dagegen keinen Ortsbezug auf der Website, ein unvollständiges Google-Profil oder kaum Bewertungen. Diese Lücken lassen sich schließen.

Der Kartenblock, oft Local Pack genannt, zeigt bei lokalen Suchen drei Betriebe aus Google Maps mit Bewertungen, Öffnungszeiten und Route. Er stand in 8 von 12 Suchen unserer Stichprobe ganz oben. Wer dort erscheinen will, braucht ein vollständiges Google-Unternehmensprofil, passende Kategorien und Bewertungen.

Über den Autor

Sebastian ist SEO-Lead bei Hafenschnack. Er war mehrere Jahre bei Google. Sein Ansatz: keine Ranking-Märchen, sondern saubere technische Grundlagen, klare Inhalte und Maßnahmen, die im Unternehmensalltag funktionieren.

„Die meisten Betriebe verlieren nicht gegen Google, sondern gegen Portale, die ihre Hausaufgaben besser gemacht haben.“

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