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Vom Plan zum ersten Verkauf

Onlineshop eröffnen als Kleingewerbe: was vor dem ersten Verkauf zu klären ist

Von Sebastian, SEO-Lead bei Hafenschnack · · 9 Min. Lesezeit

Einen Onlineshop zu eröffnen ist technisch heute die leichteste Übung. Aufwendig sind die Dinge davor und danach: Gewerbeanmeldung, Steuerfrage, Pflichtangaben im Shop, Verpackungsgesetz, Versand und Retouren. Diese Anleitung geht der Reihe nach durch, was ein kleiner Shop braucht, und nennt die Kosten ehrlich.

Stand 16. September 2026, und ein wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Er fasst zusammen, was für kleine Shops üblicherweise zu klären ist, mit Verweis auf die amtlichen Quellen. Die Umsatzgrenzen stammen aus § 19 UStG, die Verpackungspflichten von der Zentralen Stelle Verpackungsregister, die Informationspflichten aus IHK-Übersichten.

Schritt 1: Anmeldung und Steuerfrage

Gewerbe anmelden. Wer dauerhaft und mit Gewinnerzielungsabsicht verkauft, meldet in der Regel ein Gewerbe beim Gewerbeamt an. „Kleingewerbe“ ist dabei keine eigene Rechtsform, sondern der Alltagsbegriff für ein angemeldetes Gewerbe ohne Eintrag im Handelsregister.

Kleinunternehmerregelung prüfen. § 19 UStG sagt wörtlich, ein Umsatz sei steuerfrei, wenn der Gesamtumsatz „im vorangegangenen Kalenderjahr 25 000 Euro nicht überschritten hat und im laufenden Kalenderjahr 100 000 Euro nicht überschreitet“. Wer die Regelung nutzt, weist keine Umsatzsteuer aus und zieht auch keine Vorsteuer. Bei hohen Wareneinkäufen kann der Verzicht günstiger sein. Diese Rechnung gehört in die Steuerberatung, nicht in einen Blogbeitrag.

Schritt 2: Pflichten, die im Shop sichtbar sein müssen

Die meisten teuren Fehler passieren hier, weil Abmahnungen genau an diesen Punkten ansetzen. Die IHK-Übersichten nennen vor allem:

  • Impressum: vollständige Angaben zur Identität, leicht erkennbar und erreichbar.
  • Widerrufsbelehrung: Verbraucher haben in der EU 14 Tage Widerrufsrecht. Für die Belehrung gibt es gesetzliche Muster, die man unverändert übernehmen sollte.
  • Preisangaben: Nach der Preisangabenverordnung ist immer der Gesamtpreis inklusive Umsatzsteuer zu nennen, dazu Versandkosten und deren Höhe.
  • Bestellbutton: Die Beschriftung muss eindeutig auf die Zahlungspflicht hinweisen.
  • Datenschutz: Datenschutzerklärung und, je nach Einsatz von Cookies, ein Einwilligungsbanner.

Rechtstexte solltest du nicht selbst schreiben und nicht von anderen Shops kopieren. Es gibt Generatoren und Anwaltsangebote dafür, im Wix-Umfeld etwa den Rechtstexter von Trusted Shops.

Schritt 3: Verpackungsgesetz und LUCID

Dieser Punkt wird von kleinen Shops am häufigsten übersehen. Die Zentrale Stelle Verpackungsregister formuliert es klar: Jedes Unternehmen, das gewerbsmäßig verpackte Waren in Deutschland in Verkehr bringt, muss im Verpackungsregister LUCID registriert sein. Versandverpackungen wie Kartons, Polstermaterial, Klebeband oder Versandtaschen sind nahezu immer systembeteiligungspflichtig.

Vollständig erfüllst du die Pflichten in drei Schritten: Registrierung in LUCID, Vertrag mit einem dualen System und regelmäßige Datenmeldung der Verpackungsmengen. Für einen kleinen Shop ist das überschaubar, aber es muss vor dem ersten Versand stehen.

Schritt 4: Das passende Shopsystem

WegPasst, wennAufwand und Kosten
Baukasten (etwa Wix)kleines bis mittleres Sortiment, du willst selbst pflegenHosting, Sicherheit und Updates inklusive, Paket mit Zahlungsfunktion ab 12,50 € im Monat
Shop-Plattform (etwa Shopify)Sortiment wächst schnell, viele Verkaufskanälemonatliche Gebühr, teils zusätzliche Transaktionskosten
Open Source (etwa WooCommerce, Shopware)Sonderwünsche, Schnittstellen zur WarenwirtschaftHosting, Updates und Wartung gehen auf deine Rechnung oder an einen Dienstleister

Für die meisten Kleingewerbe ist der Baukasten die pragmatische Wahl: Du kannst allein starten, und niemand muss nachts Sicherheitsupdates einspielen. Wir bauen Shops in Wix, weil sich Pflege und Kosten für kleine Teams am besten rechnen. Details dazu stehen unter Wix Onlineshop erstellen lassen ab 1.999 €.

Schritt 5: Was der Shop kostet

  • Einmalig: Aufbau, Produktdaten, Fotos, Texte, Einrichtung von Zahlung und Versand. Bei uns ab 1.999 € Festpreis, in Eigenregie kostet es vor allem deine Zeit.
  • Laufend: Paket oder Hosting, Domain, optional Postfach. Bei Wix ab 12,50 € im Monat für ein Paket mit Zahlungsfunktion, mehr dazu im Ratgeber Wix Kosten 2026.
  • Pro Verkauf: Gebühren des Zahlungsanbieters, je nach Anbieter und Zahlungsart unterschiedlich.
  • Versand: Porto, Verpackungsmaterial und die Systembeteiligung nach Verpackungsgesetz.

Wie sich das zu den Kosten einer normalen Website verhält, steht im Ratgeber Was kostet eine Website?

Schritt 6: Vor dem Start sichtbar werden

Ein frisch gestarteter Shop ist erst einmal unsichtbar. Produktseiten brauchen echte Beschreibungen statt Herstellertexte, klare Titel und Bilder mit Alt-Text. Dazu kommen die technischen Grundlagen, damit Google Kategorien und Produkte versteht. Wer das einmal sauber aufsetzen lassen will, findet das im SEO- und GEO-Setup. Für schnelle erste Umsätze sind Anzeigen der direktere Weg, was sie kosten, steht im Ratgeber Google Ads Kosten.

Die häufigsten Fehler bei kleinen Shops

  • Versandkosten und Lieferzeit erst im Warenkorb zeigen. Das ist der häufigste Abbruchgrund.
  • Herstellertexte kopieren. Damit bist du eine Seite unter hunderten mit identischem Text.
  • Nur eine Zahlungsart anbieten. Jede fehlende Option kostet Bestellungen.
  • Keinen Plan für Retouren haben. Der Ablauf gehört vor dem ersten Verkauf festgelegt.
  • Ohne Messung starten. Ohne Tracking weißt du nicht, an welcher Stelle Kunden aussteigen.

Häufige Fragen zum Onlineshop für Kleingewerbe

Wer dauerhaft mit Gewinnerzielungsabsicht verkauft, meldet in der Regel ein Gewerbe beim Gewerbeamt an. Kleingewerbe ist dabei keine eigene Rechtsform, sondern der Alltagsbegriff für ein angemeldetes Gewerbe ohne Eintrag im Handelsregister. Ob und wie das für dich gilt, klärst du mit Gewerbeamt oder Steuerberatung.

Nach § 19 UStG bleibt dein Umsatz steuerfrei, wenn er im vorangegangenen Kalenderjahr 25.000 € nicht überschritten hat und im laufenden Kalenderjahr 100.000 € nicht überschreitet. Dann weist du keine Umsatzsteuer aus und ziehst auch keine Vorsteuer. Für Shops mit hohen Wareneinkäufen kann der Verzicht auf die Regelung sinnvoll sein, das gehört in die Steuerberatung.

Ja, wenn du Waren verpackt an Endkunden in Deutschland verschickst. Die Zentrale Stelle Verpackungsregister schreibt, dass jedes Unternehmen registriert sein muss, das gewerbsmäßig verpackte Waren in Deutschland in Verkehr bringt. Versandverpackungen wie Kartons, Polstermaterial und Klebeband sind praktisch immer systembeteiligungspflichtig. Dazu kommen der Vertrag mit einem dualen System und die Datenmeldung.

Für kleine Sortimente und ein Ein-Personen-Team ist ein Baukasten meist die pragmatische Wahl: Hosting, Sicherheit und Updates sind enthalten, du kannst allein starten. Open-Source-Systeme sind mächtiger, brauchen aber Wartung und meist Dienstleister. Entscheide nach Sortimentsgröße, Zeit und Technikfreude, nicht nach Funktionslisten.

Bei einem Baukasten zahlst du das Paket, bei Wix aktuell ab 12,50 € im Monat für Core mit Zahlungsfunktion, dazu Domain und optional ein Postfach. Hinzu kommen die Gebühren deines Zahlungsanbieters pro Verkauf. Bei Open-Source-Systemen kommen Hosting und Wartung dazu.

Technisch steht ein kleiner Shop in wenigen Tagen. Die Zeit geht für Produktfotos, Beschreibungen, Versand- und Zahlungseinstellungen sowie die Rechtstexte drauf. Wir bauen Shops zum Festpreis ab 1.999 €, in der Regel in wenigen Wochen.

Nein. Ein neuer Shop ist zuerst unsichtbar. Produktseiten mit echten Beschreibungen, ein sauberes technisches Fundament und ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil sind die Basis. Wer schneller Umsatz braucht, kombiniert das mit Anzeigen.

Über den Autor

Sebastian ist SEO-Lead bei Hafenschnack. Er arbeitet seit über 20 Jahren im Online-Marketing und war sieben Jahre bei Google. Hafenschnack baut Onlineshops in Wix zum Festpreis.

„Der Shop ist schnell gebaut. Die Arbeit steckt in Produkttexten, Versand und den Pflichten drumherum.“

Zuletzt aktualisiert: . Rechtliche Angaben geprüft an § 19 UStG, den Hinweisen der Zentralen Stelle Verpackungsregister und IHK-Übersichten. Keine Rechtsberatung.

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