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Speisekarte erstellen: Aufbau, Pflichtangaben und die digitale Karte

Von Sebastian, SEO-Lead bei Hafenschnack · · 9 Min. Lesezeit

Themenwelt Marketing für einzelne Branchen Stand

Speisekarte erstellen: hände belegen Fischfilets auf einem Holzbrett mit Dill und Thymian, daneben Zitronen, durchs Fenster Strand und Dünen
Hauptzutat, Zubereitung, Beilage: Ein bis zwei Zeilen je Gericht reichen, damit Gäste wissen, was auf den Teller kommt. © Hafenschnack

Eine gute Speisekarte ist kein Designprojekt, sondern eine Entscheidungshilfe für deine Gäste. Sie braucht eine klare Struktur, ehrliche Beschreibungen, korrekte Preise und die Pflichtangaben zu Allergenen und Zusatzstoffen. Und sie gehört heute nicht nur auf Papier, sondern als eigene Seite auf deine Website, damit Gäste sie auf dem Handy lesen und Google sie überhaupt erfassen kann. Eine kostenlose Vorlage zum Ausfüllen, als PDF und als Word-Datei, findest du im Ratgeber Speisekarte-Vorlage.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine gute Speisekarte ist eine Entscheidungshilfe: wenige klare Gruppen, kurze ehrliche Beschreibungen, Endpreise direkt am Gericht und erst zum Schluss das Layout.
  • Die 14 Hauptallergene müssen auch bei loser Ware angegeben werden, schriftlich in der Karte oder mündlich mit Dokumentation und gut sichtbarem Hinweis im Lokal.
  • Zusatzstoffe machst du auf Speise- und Getränkekarte über Fußnoten mit den vorgegebenen Formulierungen kenntlich. Fehlende Fußnoten sind der Klassiker bei Kontrollen.
  • Online schlägt eine echte Seite das PDF hinter dem QR-Code: am Handy lesbar, in zwei Minuten geändert und bei Suchen nach einzelnen Gerichten auffindbar.
  • KI liefert Entwürfe für Beschreibungen und Übersetzungen. Preise, Zutaten, Allergene und Zusatzstoffe prüfst du selbst, die Verantwortung bleibt bei dir.

Stand 16. September 2026: Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Die Angaben zu Allergenen und Zusatzstoffen stützen sich auf Merkblätter der Industrie- und Handelskammern zur EU-Lebensmittelinformationsverordnung. Im Zweifel fragst du deine IHK oder die zuständige Lebensmittelüberwachung, die Auskunft ist kostenlos.

In sechs Schritten zur Speisekarte

  • 1. Sortiment festlegen. Lieber weniger Gerichte, die immer funktionieren, als eine Karte, die halb aus Tiefkühlware besteht. Kürzere Karten bedeuten weniger Verschnitt und schnellere Küche.
  • 2. Gruppen bilden. Wenige klare Abschnitte, etwa Vorspeisen, Hauptgerichte, Für Kinder, Desserts, Getränke. Alles, was der Gast suchen muss, kostet Entscheidungskraft.
  • 3. Beschreiben statt aufzählen. Ein bis zwei Zeilen je Gericht: Hauptzutat, Zubereitung, Beilage, Herkunft, wenn sie ein Argument ist. Keine Romane.
  • 4. Preise setzen. Endpreise inklusive Mehrwertsteuer, gut lesbar direkt am Gericht.
  • 5. Pflichtangaben ergänzen. Zusatzstoffe und Allergene, dazu Portionsgrößen und Aufpreise für Extras, damit an der Kasse niemand überrascht wird. Bedienungsgeld und sonstige Zuschläge gehören schon in den Preis.
  • 6. Zum Schluss das Layout. Erst wenn Inhalt und Reihenfolge stehen, geht es an Schrift, Papier und Druck. Wer andersherum anfängt, baut alles zweimal.

Pflichtangaben: Allergene, Zusatzstoffe, Preise

Eine Hand setzt mit Kugelschreiber Kreuzchen in eine leere Tabelle auf einem Klemmbrett an einer Restauranttheke
Für die mündliche Allergen-Auskunft reicht eine Tabelle mit Kreuzchen, wenn Gäste und Kontrolle sie einsehen können. © Hafenschnack

Das ist der Teil, an dem es teuer werden kann, wenn er fehlt. Die wichtigsten Punkte aus den IHK-Merkblättern zur Lebensmittelinformationsverordnung:

ThemaWas giltWie es üblich gelöst wird
AllergeneDie 14 Hauptallergene müssen auch bei loser Ware angegeben werden, also bei allem, was frisch zubereitet über die Theke oder an den Tisch geht.entweder direkt am Gericht in der Karte oder mündlich, dann mit schriftlicher Dokumentation und einem deutlich lesbaren Hinweis im Lokal
ZusatzstoffeKenntlichmachung auf Speise- und Getränkekarte, auf Aushängen und Tischaufstellern; Rechtsgrundlage ist § 5 der Lebensmittelzusatzstoff-Durchführungsverordnung (LMZDV)Fußnoten mit den vorgegebenen Formulierungen, etwa „mit Farbstoff“ oder „mit Konservierungsstoff“
PreiseEndpreise inklusive MehrwertsteuerPreis direkt hinter dem Gericht, Bedienungsgeld und sonstige Zuschläge schon im Preis enthalten, Portionsgrößen sichtbar dazu

Achtung

Die mündliche Auskunft ist ausdrücklich erlaubt, sie ist aber kein Freifahrtschein: Die Dokumentation muss für Gäste und Kontrolle zugänglich sein, eine Tabelle mit Kreuzchen reicht. Und der Hinweis darauf muss im Lokal gut sichtbar hängen.

Eine solche Tabelle mit allen 14 Allergenen und einen passenden Aushang bekommst du kostenlos in unserem Artikel Allergen-Tabelle.

Digitale Speisekarte: Webseite schlägt PDF

Eine Hand hält in einem abendlichen Biergarten ein Smartphone über einem Holztisch mit Getränken, dahinter Lichterketten
Auch im vollen Biergarten muss die Karte am Handy schnell laden und ohne Zoomen lesbar sein. © Hafenschnack

Die häufigste Lösung ist die schlechteste: ein PDF, das per QR-Code geöffnet wird. Auf dem Handy muss man darin zoomen und schieben, bei jeder Preisänderung muss jemand die Datei neu bauen, und Suchmaschinen können den Inhalt nur eingeschränkt nutzen.

Besser ist eine echte Seite auf deiner Website, die dieselbe Karte als Text zeigt. Vorteile: Sie ist auf jedem Gerät lesbar, du änderst Tagesgerichte selbst in zwei Minuten, der QR-Code am Tisch zeigt immer den aktuellen Stand, und du kannst für Suchanfragen nach einzelnen Gerichten gefunden werden. Genau das passiert, wenn jemand abends nach „Pizza glutenfrei“ plus Ort sucht. Mehr dazu im Ratgeber Digitale Speisekarte erstellen. Wie wir Restaurant-Websites aufsetzen, steht unter Restaurant-Marketing und Restaurant-Website, was eine Website kostet, im Ratgeber Was kostet eine Website?

Tipp

Drei Dinge, die eine digitale Karte gut machen: echte Überschriften statt Bildern, damit der Text lesbar bleibt, Ladezeit unter zwei Sekunden auch im vollen Biergarten, und eine sichtbare Telefonnummer für Reservierungen direkt daneben.

Als Nächstes

Soll die Karte auch online stehen und bei Google gefunden werden? Dann gehört sie als Text auf eine Seite deiner Website, die du selbst pflegst. Wie wir das für Restaurants aufsetzen, zeigt die Seite Restaurant-Website und Restaurant-Marketing. Wenn du es für dein Lokal besprechen möchtest, schick uns eine kurze Anfrage.

Speisekarte mit KI schreiben

Für Entwürfe ist KI hier stark. Du gibst Gericht, Zutaten und deinen Tonfall vor und bekommst in Sekunden mehrere Beschreibungen, dazu Übersetzungen für Gäste aus dem Ausland. Was KI nicht übernimmt: die Verantwortung. Preise, Zutaten, Allergene und Zusatzstoffe prüfst du selbst, denn die KI weiß nicht, was heute wirklich in der Pfanne liegt. Mehr dazu, wo KI im Lokal Zeit spart und wo nicht, steht im Beitrag KI in der Gastronomie.

Die häufigsten Fehler

  • Zu lange Karte. Wer 60 Gerichte anbietet, kocht selten alle frisch. Gäste merken das.
  • Preise in einer Spalte am Rand. Das lädt zum Vergleichen von oben nach unten ein, statt zum Lesen der Gerichte.
  • Pflichtangaben vergessen. Fehlende Zusatzstoff-Fußnoten sind der Klassiker bei Kontrollen.
  • Nur ein PDF online. Unlesbar auf dem Handy und für Google fast wertlos.
  • Karte ohne Datum im Alltag. Wenn Tagesgerichte auf der Website vom letzten Sommer stammen, wirkt der ganze Betrieb ungepflegt.

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Checkliste vor dem Druck

  • Alle Preise aktuell und als Endpreise angegeben?
  • Zusatzstoff-Fußnoten auf Speise- und Getränkekarte vollständig?
  • Allergene entweder in der Karte oder dokumentiert, mit sichtbarem Hinweis im Lokal?
  • Gerichte kurz beschrieben, ohne Werbefloskeln?
  • Karte auf dem Handy getestet, nicht nur am Bildschirm?
  • Digitale Version aktuell und über QR-Code erreichbar?

Häufige Fragen zur Speisekarte

In sechs Schritten: Sortiment festlegen, Karte in wenige klare Gruppen gliedern, Gerichte kurz und appetitlich beschreiben, Preise als Endpreise setzen, Pflichtangaben zu Allergenen und Zusatzstoffen ergänzen und erst zum Schluss das Layout bauen. Wer mit dem Design anfängt, schiebt später alles noch einmal um.

Preise als Endpreise inklusive Mehrwertsteuer, die Kenntlichmachung von Zusatzstoffen, üblicherweise über Fußnoten, und Informationen zu den 14 Hauptallergenen. Die Allergene dürfen auch mündlich mitgeteilt werden, dann brauchst du eine schriftliche Dokumentation und einen gut sichtbaren Hinweis darauf im Lokal.

Die Information ist Pflicht, die Form nicht. Laut IHK-Merkblättern zur Lebensmittelinformationsverordnung müssen die 14 Hauptallergene auch bei loser Ware angegeben werden, entweder schriftlich in der Karte oder mündlich. Bei mündlicher Auskunft muss eine schriftliche Dokumentation für Gäste und Kontrollbehörden bereitliegen, und im Lokal muss deutlich lesbar darauf hingewiesen werden.

Eine Speisekarte, die direkt als Seite auf deiner Website liegt, meist zusätzlich per QR-Code erreichbar. Anders als ein PDF lässt sie sich auf dem Handy gut lesen, in zwei Minuten selbst ändern und von Google auswerten. Für Suchen nach einzelnen Gerichten ist das der entscheidende Unterschied.

Als Webseite. PDFs sind auf dem Smartphone unangenehm zu bedienen, lassen sich schlecht aktuell halten und werden von Suchmaschinen deutlich schlechter verwertet. Wenn du ein PDF für den Druck brauchst, halte es als Zusatz bereit, nicht als einzige Online-Version.

Für Entwürfe und Übersetzungen ja. KI formuliert Beschreibungen in deinem Ton und übersetzt die Karte für Gäste aus dem Ausland. Preise, Zutaten, Allergene und Zusatzstoffe prüfst du selbst, dafür trägst du die Verantwortung.

So oft, wie sich Einkauf und Saison ändern. Wer eine digitale Karte pflegt, kann Tagesgerichte und Preise sofort anpassen. Gedruckte Karten werden deshalb oft kleiner gehalten, mit einem wechselnden Einleger für Saisonales.

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Über den Autor

Sebastian ist SEO-Lead bei Hafenschnack. Er war mehrere Jahre bei Google. Hafenschnack baut Websites für Restaurants, Cafés und Bars, inklusive pflegbarer Speisekarte.

„Die Karte entscheidet, was bestellt wird. Die Website entscheidet, ob überhaupt jemand kommt.“

Zuletzt aktualisiert: . Angaben zu Allergenen und Zusatzstoffen geprüft an IHK-Merkblättern zur Lebensmittelinformationsverordnung. Keine Rechtsberatung.

Fragen-Kompass

Was Gastronomen zur Speisekarte fragen

Kurze Antworten zu Vorlagen, Programmen und zur Gestaltung deiner Speisekarte.

Vorlagen und Programme

Wo finde ich kostenlose Vorlagen für Speisekarten?

Kostenlose Vorlagen für Speisekarten findest du zum Beispiel bei Canva und Adobe Express in der Gratisversion sowie in der Vorlagengalerie von Microsoft Word. Nimm eine schlichte Vorlage mit Platz für kurze Beschreibungen, Preise direkt am Gericht sowie Zusatzstoff-Fußnoten und Allergenkennzeichnung. Viele Muster sind für den Druck gedacht, für Gäste am Handy brauchst du die Karte zusätzlich als Text auf deiner Website.

Ratgeber Speisekarte-Vorlage

Welches Programm kann ich verwenden, um Speisekarten zu erstellen?

Für die gedruckte Speisekarte reichen Word oder Canva, online ein Website-Baukasten wie Wix, in dem die Karte eine eigene Seite bekommt. Wichtiger als das Programm ist, dass du die Karte selbst ändern kannst, wenn Preise oder Tagesgerichte wechseln. Auf einer Seite deiner Website tauschst du ein Tagesgericht schnell selbst aus, und der QR-Code am Tisch zeigt immer den aktuellen Stand.

Digitale Speisekarte erstellen

Gestaltung

Wie kann ich eine Speisekarte gestalten?

Gestalte die Speisekarte erst, wenn Inhalt und Reihenfolge stehen: wenige klare Gruppen, ein bis zwei Zeilen je Gericht und der Preis direkt hinter dem Gericht. Setze die Preise nicht in eine Spalte am Rand, sonst vergleichen Gäste von oben nach unten, statt die Gerichte zu lesen. Eine kürzere Karte bedeutet weniger Verschnitt und eine schnellere Küche. Für die digitale Version gilt: echte Textüberschriften statt Bildern, damit die Karte am Handy ohne Zoomen lesbar bleibt.

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