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Speisekarte erstellen: Aufbau, Pflichtangaben und die digitale Karte
Eine gute Speisekarte ist kein Designprojekt, sondern eine Entscheidungshilfe für deine Gäste. Sie braucht eine klare Struktur, ehrliche Beschreibungen, korrekte Preise und die Pflichtangaben zu Allergenen und Zusatzstoffen. Und sie gehört heute nicht nur auf Papier, sondern als eigene Seite auf deine Website, damit Gäste sie auf dem Handy lesen und Google sie überhaupt erfassen kann.
Stand 16. September 2026: Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Die Angaben zu Allergenen und Zusatzstoffen stützen sich auf Merkblätter der Industrie- und Handelskammern zur EU-Lebensmittelinformationsverordnung. Im Zweifel fragst du deine IHK oder die zuständige Lebensmittelüberwachung, die Auskunft ist kostenlos.
In sechs Schritten zur Speisekarte
- 1. Sortiment festlegen. Lieber weniger Gerichte, die immer funktionieren, als eine Karte, die halb aus Tiefkühlware besteht. Kürzere Karten bedeuten weniger Verschnitt und schnellere Küche.
- 2. Gruppen bilden. Wenige klare Abschnitte, etwa Vorspeisen, Hauptgerichte, Für Kinder, Desserts, Getränke. Alles, was der Gast suchen muss, kostet Entscheidungskraft.
- 3. Beschreiben statt aufzählen. Ein bis zwei Zeilen je Gericht: Hauptzutat, Zubereitung, Beilage, Herkunft, wenn sie ein Argument ist. Keine Romane.
- 4. Preise setzen. Endpreise inklusive Mehrwertsteuer, gut lesbar direkt am Gericht.
- 5. Pflichtangaben ergänzen. Zusatzstoffe und Allergene, dazu Hinweise zu Portionsgrößen oder Zuschlägen, damit an der Kasse niemand überrascht wird.
- 6. Zum Schluss das Layout. Erst wenn Inhalt und Reihenfolge stehen, geht es an Schrift, Papier und Druck. Wer andersherum anfängt, baut alles zweimal.
Pflichtangaben: Allergene, Zusatzstoffe, Preise
Das ist der Teil, an dem es teuer werden kann, wenn er fehlt. Die wichtigsten Punkte aus den IHK-Merkblättern zur Lebensmittelinformationsverordnung:
| Thema | Was gilt | Wie es üblich gelöst wird |
|---|---|---|
| Allergene | Die 14 Hauptallergene müssen auch bei loser Ware angegeben werden, also bei allem, was frisch zubereitet über die Theke oder an den Tisch geht. | entweder direkt am Gericht in der Karte oder mündlich, dann mit schriftlicher Dokumentation und einem deutlich lesbaren Hinweis im Lokal |
| Zusatzstoffe | Kenntlichmachung auf Speise- und Getränkekarte, auf Aushängen und Tischaufstellern | Fußnoten mit den vorgegebenen Formulierungen, etwa „mit Farbstoff“ oder „mit Konservierungsstoff“ |
| Preise | Endpreise inklusive Mehrwertsteuer | Preis direkt hinter dem Gericht, Zuschläge und Portionsgrößen sichtbar dazu |
Die mündliche Auskunft ist ausdrücklich erlaubt, sie ist aber kein Freifahrtschein: Die Dokumentation muss für Gäste und Kontrolle zugänglich sein, eine Tabelle mit Kreuzchen reicht. Und der Hinweis darauf muss im Lokal gut sichtbar hängen.
Digitale Speisekarte: Webseite schlägt PDF
Die häufigste Lösung ist die schlechteste: ein PDF, das per QR-Code geöffnet wird. Auf dem Handy muss man darin zoomen und schieben, bei jeder Preisänderung muss jemand die Datei neu bauen, und Suchmaschinen können den Inhalt nur eingeschränkt nutzen.
Besser ist eine echte Seite auf deiner Website, die dieselbe Karte als Text zeigt. Vorteile: Sie ist auf jedem Gerät lesbar, du änderst Tagesgerichte selbst in zwei Minuten, der QR-Code am Tisch zeigt immer den aktuellen Stand, und du kannst für Suchanfragen nach einzelnen Gerichten gefunden werden. Genau das passiert, wenn jemand abends nach „Pizza glutenfrei“ plus Ort sucht. Wie wir Restaurant-Websites aufsetzen, steht unter Restaurant-Marketing und Restaurant-Website, was eine Website kostet, im Ratgeber Was kostet eine Website?
Drei Dinge, die eine digitale Karte gut machen: echte Überschriften statt Bildern, damit der Text lesbar bleibt, Ladezeit unter zwei Sekunden auch im vollen Biergarten, und eine sichtbare Telefonnummer für Reservierungen direkt daneben.
Speisekarte mit KI schreiben
Für Entwürfe ist KI hier stark. Du gibst Gericht, Zutaten und deinen Tonfall vor und bekommst in Sekunden mehrere Beschreibungen, dazu Übersetzungen für Gäste aus dem Ausland. Was KI nicht übernimmt: die Verantwortung. Preise, Zutaten, Allergene und Zusatzstoffe prüfst du selbst, denn die KI weiß nicht, was heute wirklich in der Pfanne liegt. Mehr dazu, wo KI im Lokal Zeit spart und wo nicht, steht im Beitrag KI in der Gastronomie.
Die häufigsten Fehler
- Zu lange Karte. Wer 60 Gerichte anbietet, kocht selten alle frisch. Gäste merken das.
- Preise in einer Spalte am Rand. Das lädt zum Vergleichen von oben nach unten ein, statt zum Lesen der Gerichte.
- Pflichtangaben vergessen. Fehlende Zusatzstoff-Fußnoten sind der Klassiker bei Kontrollen.
- Nur ein PDF online. Unlesbar auf dem Handy und für Google fast wertlos.
- Karte ohne Datum im Alltag. Wenn Tagesgerichte auf der Website vom letzten Sommer stammen, wirkt der ganze Betrieb ungepflegt.
Checkliste vor dem Druck
- Alle Preise aktuell und als Endpreise angegeben?
- Zusatzstoff-Fußnoten auf Speise- und Getränkekarte vollständig?
- Allergene entweder in der Karte oder dokumentiert, mit sichtbarem Hinweis im Lokal?
- Gerichte kurz beschrieben, ohne Werbefloskeln?
- Karte auf dem Handy getestet, nicht nur am Bildschirm?
- Digitale Version aktuell und über QR-Code erreichbar?
Häufige Fragen zur Speisekarte
In sechs Schritten: Sortiment festlegen, Karte in wenige klare Gruppen gliedern, Gerichte kurz und appetitlich beschreiben, Preise als Endpreise setzen, Pflichtangaben zu Allergenen und Zusatzstoffen ergänzen und erst zum Schluss das Layout bauen. Wer mit dem Design anfängt, schiebt später alles noch einmal um.
Preise als Endpreise inklusive Mehrwertsteuer, die Kenntlichmachung von Zusatzstoffen, üblicherweise über Fußnoten, und Informationen zu den 14 Hauptallergenen. Die Allergene dürfen auch mündlich mitgeteilt werden, dann brauchst du eine schriftliche Dokumentation und einen gut sichtbaren Hinweis darauf im Lokal.
Die Information ist Pflicht, die Form nicht. Laut IHK-Merkblättern zur Lebensmittelinformationsverordnung müssen die 14 Hauptallergene auch bei loser Ware angegeben werden, entweder schriftlich in der Karte oder mündlich. Bei mündlicher Auskunft muss eine schriftliche Dokumentation für Gäste und Kontrollbehörden bereitliegen, und im Lokal muss deutlich lesbar darauf hingewiesen werden.
Eine Speisekarte, die direkt als Seite auf deiner Website liegt, meist zusätzlich per QR-Code erreichbar. Anders als ein PDF lässt sie sich auf dem Handy gut lesen, in zwei Minuten selbst ändern und von Google auswerten. Für Suchen nach einzelnen Gerichten ist das der entscheidende Unterschied.
Als Webseite. PDFs sind auf dem Smartphone unangenehm zu bedienen, lassen sich schlecht aktuell halten und werden von Suchmaschinen deutlich schlechter verwertet. Wenn du ein PDF für den Druck brauchst, halte es als Zusatz bereit, nicht als einzige Online-Version.
Für Entwürfe und Übersetzungen ja. KI formuliert Beschreibungen in deinem Ton und übersetzt die Karte für Gäste aus dem Ausland. Preise, Zutaten, Allergene und Zusatzstoffe prüfst du selbst, dafür trägst du die Verantwortung.
So oft, wie sich Einkauf und Saison ändern. Wer eine digitale Karte pflegt, kann Tagesgerichte und Preise sofort anpassen. Gedruckte Karten werden deshalb oft kleiner gehalten, mit einem wechselnden Einleger für Saisonales.
Zuletzt aktualisiert: . Angaben zu Allergenen und Zusatzstoffen geprüft an IHK-Merkblättern zur Lebensmittelinformationsverordnung. Keine Rechtsberatung.
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